Konzert

des Göppinger Kammerorchesters

am 24. Oktober 2007, 20 Uhr

in der Stadthalle Göppingen

mit Werken  von Franz Schubert,

Johann Nepomuk Hummel

und Luigi Cherubini,

mit Jörge Becker als Solisten (Trompete)

unter der Leitung von Wilfried Maier

( Ankündigung in der NWZ vom 22.Okt.2007
Rezension in der NWZ vom 26.Okt.2007 )

Jörge Becker

wurde in Bielefeld geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Internat des Windsbacher Knabenchors. Später war er Schüler von Markus Mester (Bamberger Symphoniker) und wurde noch während seiner Schulzeit Jugendstudent bei Prof. Wolfgang Bauer an der Musikhochschule Stuttgart. Dort setzte er das Studium nach der Schulzeit fort. Er war mehrfach Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Bereits während des Studiums war er als stellvertretender Solotrompeter bei den Bielefelder Philharmonikern und später als Solotrompeter an der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg engagiert. 2006 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab und ist seitdem Solotrompeter an der Staatsoper Stuttgart.


Franz Schubert

Seine beiden Konzertouvertüren im italienischen Stil, die Schubert 1817 als Zwanzigjähriger komponierte, sind offensichtlich eine Reaktion auf die Erfolge der Opern Rossinis in Wien. Der Überlieferung zufolge geht ihre Entstehung auf eine Wette Schuberts mit seinen Freunden zurück. Nach der großen Begeisterung, die die Aufführung der Oper „Tancredi“ von Rossini in Wien auslöste, soll er behauptet haben, es dem italienischen Komponisten gleichtun zu können und komponierte in wenigen Tagen die beiden Ouvertüren im italienischen Stil in D-Dur und die hier aufgeführte in C-Dur.

Wie in Schuberts ersten Sinfonien zeigt sich auch in den beiden Ouvertüren die unvergleichliche stilistische Sicherheit des Komponisten. Auch in der C-Dur Ouvertüre verbindet er formale Meisterschaft mit großem Melodienreichtum und ausdrucksstarker Dramatik. Es gelingt ihm, den italienischen Stil zu treffen und trotzdem Eigenständigkeit zu bewahren. Eine der beiden Ouvertüren war das erste Orchesterwerk Schubers überhaupt, das im Jahr 1818 öffentlich aufgeführt wurde.


Johann Mepomuk Hummel 

Entscheidend für die gesamte spätere Laufbahn Hummels als Komponist war sein zweijähriger Aufenthalt im Hause W.A. Mozarts von 1786 bis 1788. Mozart hatte das Talent des Achtjährigen erkannt und gefördert. Zu seinen Lehrern zählten ferner die Komponisten J.G. Albrechtsberger und A. Salieri.

Der Einfluss Mozarts sollte in Hummels gesamtem Schaffen spürbar bleiben. Als renommierter Pianist trug er den Geist Mozarts ins 19. Jahrhundert; sein kompositorischer Weg begann in der Klassik und reichte bis zu einer virtuos-romantischen Sprache. Unter seinen Solokonzerten – es sind vor allem Klavierkonzerte – erfreut sich das Trompetenkonzert in E-Dur auch heute noch großer Beliebtheit und gehört zum festen Repertoire der Konzertsäle. Hummel schrieb es für den Wiener Trompeten-Virtuosen Anton Weidinger, der das Werk 1804 uraufführte.

Luigi Cherubini

Der bedeutendste Repräsentant der französischen Musik im Zeitalter Beethovens ist Luigi Cherubini. Seinen Ruhm begründete er vor allem als Opernkomponist, später widmete er sich vor allem der Kirchenmusik.

 Seine einzige Sinfonie in D-Dur entstand 1815 auf Anregung der Philharmonischen Gesellschaft in London. In ihr zeigt sich die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Werk Beethovens, der die Musik Cherubinis sehr schätzte und ihn als bedeutenden Komponisten respektierte. Die Sinfonie ist von großer handwerklicher Meisterschaft und zeigt die Fähigkeit des Komponisten, großräumige dramatische Abläufe zu strukturieren.

 Der erste Satz, der mit einer langsamen Einleitung beginnt, ist sehr kontrastreich gestaltet und zeigt Cherubini als einen Meister der kontrapunktischen Schreibweise. Dem kantablen Larghetto folgt ein temperamentvolles Menuett mit einem subtil instrumentierten Trio. Der virtuose Finalsatz beginnt mit einem Ostinato-Rhythmus in den Bässen und zeichnet sich durch farbenreiche Instrumentation und eine ausgefeilte Satztechnik aus, bei der homophone Partien mit kontrapunktischen Episoden alternieren.